Wissenswertes über TRPM

Reine Phantasie

Fragen nach den Initialen seines 2. und 3. Vornamens R. P. wurden mit »Reine Phantasie« beantwortet. Seit den 1970er-Jahren eine Art Markenzeichen. Thomas R. P. Mielke wurde oft in Interviews danach gefragt. So hat es sich auch im Laufe der Jahrzehnte in vielen Artikeln und Berichten über ihn etabliert, dass er den Beinamen »Reine Phantasie« trug.

Mit 17 auf dem 1. WorldCon in Europa

Thomas R. P. Mielke war als Siebzehnjähriger auf der ersten WorldCon in Europa vom Freitag 06. bis Montag dem 9 September 1957 in London.

Ich war 1957 ziemlich stolz auf  meinen selbstgenähten Fancy dress und den selbst gebogenen und verchromten, batteriebeleuchteten „Raumhelm“ als „Peace Ambassador of the United Sun Systems“. Selbst die BBC war so beeindruckt, dass Sie ein halbstündiges Interview mit mir gemacht hat, das auch gesendet wurde.

So weit ich mich erinnere, waren außer mir (per Anhalter nach London hin und zurück) und Walter Ernsting nur noch Jaqueline Osterrath und zwei weitere Deutsche bei diesem ersten WOLDCON in Europa. Damals – vor über 50 Jahren – habe ich mich auch mit Brian Aldiss angefreundet. Mit dem gleichen Dress (und in der UTOPIA-Verkleidung für fünf Mark die Stunde) bin ich übrigens auch in Unterwössen für die Tageschau rumgelaufen, als sie erstmals über einen SF-Con berichtete.

Für meinen jüngeren Bruder Andreas hat Franz Ettl (VURGUZZ) einen alten Kartoffelsack geopfert und mit Lippenstift von seiner Frau Verwundungen auf seine Arme und Beine gemalt. Er war dann die Alternative zu mir – „nach dem Atomkrieg“ (Mein Bruder ist noch heute sauer über diese Diffamierung).

Aber immerhin hat mich darauf hin Wolf Detlef Rohr in Augsburg miterleben  lassen, wie er einen SF-Roman diktierte. Das war unheimlich wertvoll für  meinen eigenen Einstieg als Schreiberling. Denn danach wusste ich, wie man das macht (samt ein paar kleinen Tricks). Rohr hat mich dann sogar zu seinem Witzredakteur für die SFCD Clubnachrichten befördert. Auch ein „Karriereschritt!“

Thomas R. P. Mielkes Erinnerungen an den
1. Science-Fiction WorldCon in Europa 1957

Berlin tut gut! Texter, Konzeptioner, Kreativdirektor

Einer der 4 Vater des Berlin Slogans »Berlin tut gut« war Thomas R. P. Mielke in der B.Z. vom 08.10.1982 beantwortete er die Frage: „Hand aufs Herz – Was tut Ihnen gut in Berlin?

Thomas R. P. Mielke, damals 42 Jahre alt und Kreativdirektor der Werbeagentur Uniconsult, mit Sitz in der Lassenstraße in Berlin-Grunewald, antwortete: „Für meine Familie und mich wüsste ich keinen besseren Ort in Deutschtland als Berlin. Man hat nie das Gefühl „j.w.d.“ zu sein sondern immer mittendrin. Auch sein Hobby ist es Zukunftsromane zu schreiben. Er ist der einzige „gelernte“ Berliner unter den vier „Berlin tut gut!“ Schöpfern. Denn er ist in Detmold in Westfalen geboren, lebt seit 1976 in der Stadt in Wannsee. Er ist verheiratet mit Ehefrau Rosemarie und hat vier Kinder Thomas (24), Christiane (19), Claudia (18) und Marcus (16). Was zog ihn an die Spree? „Ich habe schon immer eine gute Stimmung zu Berlin gehabt. Dann bin ich einfach hergezogen und habe es nie bereut!“

B.Z. vom 08.10.1982

Mielke war hauptberuflich Texter, Konzeptioner und drei Jahrzehnte lang Kreativdirektor in internationalen Werbeagenturen. Er war für Slogans wie »Berlin tut gut« oder »Mach’s mit« der ersten Anti-AIDS-Kampagne zuständig und gilt aus seinen Jahren in der Generaldirektion von Ferrero in Pino Torinese/Italien als Miterfinder des Kinder-Überraschungseis.

Einige Dutzend Pseudonyme

Als Ausgleich zu seinem Job als Werbemanager schrieb er nebenbei Krimis, Science-Fiction und historische Romane. Sein erster SF-Roman »Unternehmen Dämmerung« erschien 1961 unter dem Pseudonym Mike Parnell. Es folgten einige Dutzend weitere unter den Pseudonymen Michael C. Chester, Bert Floorman, Henry Ghost, Roy Marcus, Marc McMan, Marcus T. Orban, John Taylor u. a.

Die Terranauten. Eine deutsche SF-Kultserie

Zusammen mit Rolf W. Liersch entwickelte Mielke Mitte der 1970er Jahre das Konzept der alternativen Science-Fiction-Serie »Die Terranauten«.

Der Mauerfall war keine Fiktion

1986 erhielt er den Literaturpreis des Science Fiction Club Deutschland e.V. (ab 1998 Deutscher Science-Fiction-Preis) für die Politvision »Der Tag an dem die Mauer brach« über einen unerwarteten friedlichen Mauerfall und die Wiedervereinigung. Der Stern schrieb dem Autor dazu:

„Die Berliner Mauer ist kein Thema – und wird es in den nächsten 25 Jahren auch nicht werden.“

STERN

Bestsellerautor mit Gilgamesh

2010 erschien sein vom Goethe-Institut-Preisträger Dr. Nabil Haffar, ins Arabische übersetzter Roman »Gilgamesch, König von Uruk« in Syrien und anderen arabischen Ländern und kehrte damit zu seinem Ursprung zurück.

Preisträger

  • 1980: 2. Platz beim Kurd-Laßwitz-Preis für den Roman Grand Orientale 3301
  • 1983: Robert-Sheckley-Preis für die Kurzgeschichte Lizenzverlängerung
  • 1984: Kurd-Laßwitz-Preis für Das Sakriversum als bester deutscher Science-Fiction-Roman des Jahres 1983
  • 1985: Deutscher Science-Fiction-Preis (damals noch SFCD-Literaturpreis) für die Kurzgeschichte Ein Mord im Weltraum
  • 1985: Penthouse Creative Cup für die Kurzgeschichte Verschmähte Göttin
  • 1986: Deutscher Science-Fiction-Preis (damals noch SFCD-Literaturpreis) für den Roman Der Tag, an dem die Mauer brach
  • 2016: Deutscher Fantasy Preis mit Astrid Ann Jabusch für die deutsche Prosaversion von Orlando furioso

Nachrufe auf Thomas R. P. Mielke

Es gab viele nette und tröstende Worte und es gab wirklich schöne Nachrufe auf unseren Vater. Ein paar davon möchte ich hier vorstellen. Mein herzlicher Dank an die Verfasser:innen für die Erinnerungen und die schönen Worte.