TRPM an sich
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Entstanden ist er mit einer Sondergenehmigung …
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für eine Hochzeitsnacht noch in Friedenszeiten zwischen einem (weiß der Teufel, warum) eingekerkerten Pastor und einer Krankenschwester im Gefängnis von Blumenau/Florianopolis. Geboren dann nach dem Ausweisungsdekret Nr. 4255 von Brasiliens Presidente Dr. Vargas und stürmischer Blockadebrecherfahrt mit Dr. Oetkers “MS Monte Olivia” im Kriegsjahr 1940.
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“MS Monte Olivia”
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Und zwar unweit des gerade wieder aktuellen Hermanns-Denkmals in Mutters Lippe-Detmold. Seine Kindheit verbrachte er an der Teufelsmauer zwischen Quedlinburg und Hexentanzplatz im Ostharz und unter Tadellösern und Wölfen in Rostock. Weil ihn die DDR-Kommunisten wegen des väterlichen Berufs nicht auf die Oberschule ließen, graulte er sich eine Weile allein gelassen am Kant-Gymnasium im westlichen Berlin-Spandau.
Nach seinem 15. Geburtstag beschloss er, lieber ganz in den Westen abzuhauen. Vater und Mutter wollten irgendwann nachkommen. Unüblicherweise jobbte er dann nicht als Tellerwäscher, sondern im ehemals NS-, dann nahtlos von der Kirche übernommenen Jugendlager Sachsenhain bei Verden an der Aller. Danach schlug er sich drei Jahre lang an der Porta Westfalica als Zigarrendeckblattfärber, städtischer Gärtner, Zollstockkantenlackierer, Schiffsschmied an der Weser, Schleppseilrückholer auf dem Segelflugplatz Vennebeck, Hilfsarchivar im “Gesamteuropäischen Studienwerk” Vlotho/Weser und in der Qualitätskontrolle von automatischen Toilettendrückern durch.
Als er zwar noch nicht wahlberechtigt, aber bereits im schießfähigen Alter war, durfte er als einer der ersten Freiwilligen für sechs Jahre zur neuen deutschen Luftwaffe in Husum. Nach der Ausbildung in Kaufbeuren, Ütersen und Hamburg sorgte er zunächst als Fluglotse in Wunstorf bei Hannover für Verwirrung am Himmel.
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“Ja, wo fliegen sie denn?”
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Dank seines Antrags, als Beamter auf Zeit nebenberuflich Spionageromane schreiben (die Argwöhner des Kalten Krieges im Verteidigungsministerium verstanden treiben) zu dürfen, wurde er zum feierlichen Anschiss nach Bonn befohlen – dann aber im geheimnisvollen Rhein-Schlösschen Alfter zum Texter in der “Psychologischen Kampfführung” umgeschult.
Drei Jahre später waren diese Erfahrungen die ideale Voraussetzung für den seinerzeit noch ganz heißen Traumjob als Lobschreiber für insgesamt ein Dutzend Zigaretten-Marken, Omo und Azzaro, Miele Melkanlagen und Langnese Eiskrem, Russen-Hubschrauber, ekligen Hustensaft und Chanel No 5, Elle-Bademoden und Ricosta-Kinderschuhe, Autos, Banken, HiFi, Möbelhäuser, Bier und Hundefutter, bundeseigene Waffenfabriken, China Oel als Olympiaausstatter und Coca Cola, Griechenland und Condor, die erste Anti-Aids-Kampagne in Berlin und den Slogan “Mach’s mit”. Dazu für SPD, FDP und CDU, die Bundesgartenschau Berlin, die Berliner Stadtreinigung und Andre Hellers Sommernachtstraum, Kohlekraftwerke und Reinold Furrers Weltrauminstitut und dann – last, but not least – “Berlin tut gut” von Forschung und Entwicklung über PR-Kampagnen zur Wirtschaftsförderung in kalifornischen Studentenzeitungen und Handelskammerblättern in Pakistan bis hin zum Backrezept in den “Berliner”-Blechpfannkuchen als Touristen-Souvenirs.
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“Lesung unter der Dorflinde”
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Zurück zum Anfang: Nach der Zeit als Psychokrieger und in der Werbeakademie Hamburg zog er ein Superstar-Ticket für das “1st Creative Training Experiment” von Lintas Hamburg. Die damals beste (und mit 450 Mitarbeitern auch größte) deutsche Werbeagentur wollte zusammen mit Partnern in New York in einem Halbjahresversuch mit acht bundesweit ersiebten Teilnehmern herausfinden, ob sogenannte Kreative mit Rund-um-die-Uhr-Intensivtraining “gezüchtet” werden können. Der finanziell und personell höchst aufwendige Versuch wurde niemals wiederholt, aber als einer von vier Überlebenden erhielt er einen der begehrten Top-Jobs in der Werbung.
Als später dann die 68er mit selbstgemalten Spruchbändern durch die Straßen Hamburgs schlurften, half er zunächst Rudi D. bei dortigen Veranstaltungen, zog dann aber ohne irgendwelche Italienischkenntnisse mit Ehefrau und drei Kleinkindern von der Elbchaussee ins viel spannendere Italien, wo die Gewerkschaften gerade mit professionell gemachten Postern und Transparenten aus den firmeneigenen Werbeabteilungen für ein 15. Gehalt und 6 zusätzliche Tage Keine-Lust-Urlaub (“Indisposto = Mir ist heute nicht so”) streikten (und sogar gewannen!).
Seine Lust an Zukünftigem und Dingen, von denen er zunächst mal keine Ahnung hat, machte ihn zum Direttore creativo in der zentralen Produktplanungsgruppe von Ferrero und zum extrem belastbaren Pralinenvorkoster für den deutschen Markt. Auf den grünen Hügeln über Turin wurde er so zum Miterfinder von TicTac, Joghurette und – vor 35 Jahren – dem Wahnsinnserfolg der Kinder-Überraschungseier.
“Ferrero, direzione generale”
Fast ebenso richtig lag er auch, als er in seinem 1985 (!) erschienenen Polit-Thriller “Der Tag, an dem die Mauer brach” die dramatischen Erstürmung derselben und die friedliche Wiedervereinigung nur um 2 Jahre falsch geschätzt für 1987 beschrieb (obwohl heute stereotyp behauptet wird, niemand hätte das voraussehen können). Das Thema muss damals selbst Zukunftsprofis derart utopisch vorgekommen sein, dass sie dem Roman den “Literaturpreis 1985 des Science Fiction Club Deutschland e.V.” verliehen.
Inzwischen lebt er schon seit 33 Jahren in Berlin, hat seine vier erwachsenen Kinder natürlich ebenfalls in seinem Kommunikations-Netzwerk und schreibt nach einigen Dutzend Krimis und SF-Romanen zumeist auch vor Ort recherchierte historische Romane.
Geht doch, meinen auch seine Fans auf der anderen Seite der Erdscheibe:
